++ zuletzt aktualisiert am: 23.06.2018 + Seitenaufrufe: 246838 ++

Segelflugsparten

Neben dem "ganz normalen", zwanglosen Fliegen, gliedert sich der sportliche Segelflug im Wesentlichen in zwei Sparten - den Streckensegelflug und den Segelkunstflug.

Streckenflug

Der Streckensegelflug ist die verbreitetere der beiden Segelflugsparten. Im Streckensegelflug besteht das Ziel des Piloten darin, eine vorher festgelegte Flugstrecke (=Aufgabe) innerhalb einer möglichst kurzen Zeit zurückzulegen. Dabei braucht der Pilot eine genaue Kenntnis des Wetters, der Aufwinde und der geographischen Gegebenheiten. Er muss möglichst energieeffizient fliegen, d.h. er muss versuchen, mit der durch Kreisen im Aufwind gewonnenen Höhe möglichst lange auszukommen, bevor er wieder in der nächsten Thermik "kurbeln" muss. Gerade bei großen Aufgaben ist das sehr wichtig, da dort die Zeit der größte "Feind" des Streckensegelfliegers ist. Die Thermik herrscht nur so lange vor, wie der Boden durch die Sonne erwärmt wird. Dadurch darf nur wenig Zeit damit verbraucht werden, in Aufwinden zu Kreisen - im Streckensegelflug muss man abschätzen und auch mal an einem Aufwind "vorbeifliegen", um die Flugstrecke innerhalb des Tages zu bewältigen. Die Flugstrecke wird durch ein elektronisches Gerät an Bord, dem sogenannten Logger, aufgezeichnet und kann dann am Abend ausgewertet werden. Bei Meisterschaften sind geflogene Strecken um 500km keine Seltenheit, der derzeitige Weltrekord liegt sogar bei knapp über 3000km! (Wie ein Segelflugzeug an Höhe gewinnen kann, ist im Bereich Wissenswertes zu finden)


Kunstflug

Neben dem Streckensegelflug gibt es auch noch eine weitere Segelflugsparte, nämlich den Segelkunstflug. Der Segelkunstflug ist vom Prinzip her leicht zu verstehen. Es gilt innerhalb einer vorher festgelegten Box, einem abgesteckten Luftraum (meist ein Kubikkilometer), entweder ein Pflicht- oder Kürprogramm zu fliegen, um von einer am Boden sitzenden Jury bewertet zu werden. Kriterium ist die saubere Ausführung der Flugfiguren, wobei Referenzlinien (z.B. die Längsachse der Landebahn) eingehalten werden müssen. Um Kunstflug ausüben zu dürfen, bedarf es einer auch in "besonderen" Flugzuständen sehr guten Kontrolle über das Flugzeug. Deshalb darf Kunstflug nur von Piloten mit einer zusätzlichen Berechtigung dafür ausgeübt werden. Swift002Geflogen werden Flugfiguren wie Looping, Rolle und Turn, aber auch noch eine ganze Menge (ca. 850) anderer, zum Teil recht außergewöhnlicher Manöver. In modernen Segelkunstflugzeugen der "Vollacroklasse" treten Beschleunigungen von -5g bis zu +8g auf, d.h. man wird mit dem 5-fachen des eigenen Körpergewichtes aus dem Sitz gezogen, bzw. mit dem 8-fachen in selbigen gepresst. Es werden Geschwindigkeiten bis zu 300 km/h erreicht. Somit ist die physische Belastung auf den Piloten außerordentlich hoch. Segelkunstflug spielt in unserem Verein jedoch derzeit eine untergeordnete Rolle.





Obwohl man mit beinahe jedem Segelflugzeug Strecken- sowie Kunstflug betreiben kann, gibt es auch spezielle Modelle, die für eine dieser Sparten konzipiert sind. So sind Streckensegelflugzeuge eher "grazil" und besitzen eine große Spannweite (bis zu 30m!). Sie gleiten unterhalb der Wolken in großen Höhen mit hohen Geschwindigkeiten (bis zu 200 km/h) dahin. Kunstflugzeuge haben eine eher kurze Spannweite, spitze Form und ähneln in ihrem Aussehen dem von Militärjets.

Für "Spazierflüge" stehen Motorsegler zur Verfügung. Durch den dort eingebauten Motor können diese Flugzeuge auch ohne Aufwind an Ihr Ziel gelangen. Ist die Thermik dagegen gut, kann der Motor abgeschaltet und wie mit einem richtigen Segelflugzeug in den Aufwinden geflogen werden.